Vereine - Etschtal-Lauf

TV Steinheim-„Meteors“ werden Sieger der Herzen beim Resia Rosolina Relay

Zehn Läuferinnen und Läufer des TV Steinheim stellten sich am ersten Septemberwochenende der riesigen Herausforderung eines 430 km langen Staffellaufs von der Quelle der Etsch am Reschen im Vinschgau über Verona bis nach Rosolina Mare, wo der Fluss – nun mit dem schönen Namen Adige – in die Adria mündet. Das heißt: Jeder Starter läuft insgesamt ungefähr einen Marathon, aufgeteilt in jeweils vier Etappen. Über GPS-Tracking konnten sich die Teams untereinander und auch die Interessierten zuhause stets über den Rennverlauf informieren. Es brauchte also nicht nur fitte Beine, einen langen Atem, starke Nerven und schnelle Regeneration in den Zwischenpausen, sondern vor allem ein tolles Team, eine ausgeklügelte Logistik und jede Menge Abenteuerlust. Und das hatten die TV-ler, die sich als „Meteors“ mit eigens angefertigtem Lauf-Shirt mit 25 anderen Teams auf dieses Wagnis einließen.

Mit Tanja Simm starteten sie als erstes Team am Freitag in den frühen Morgenstunden und kamen am Samstag kurz vor Mitternacht mit Schlussläufer Werner Gessler als letztes Team ins Ziel. Das tat der Freude aber keinen Abbruch, denn sie blieben mit 42:59:27 Std. knapp unter dem selbstgesteckten Ziel von 43 Stunden und waren mit Abstand das Team mit dem höchsten Altersdurchschnitt. „Beim gemeinsamen Zielleinlauf hat man uns gefeiert, als hätten wir das Ding gewonnen“, berichtete Ralf Geringer begeistert. „Wir waren eindeutig die Sieger der Herzen“, schloss sich auch Sascha Rieger an, der seine TV-Freunde für diesen Lauf begeistert hatte und mit seiner Firma Rieger Metallveredelung und Opel Seibold unterstützte. Für ihn ist Laufen kein Individualsport: „Das war Mannschaftssport pur, denn der Gedanke ans Team hat einen weitermachen lassen, auch wenn man nicht mehr konnte.“

„Anfänglich hatte ich Bedenken, aber es war für mich ein unvergessliches und atemberaubendes Gefühl, mitten in der Nacht mutterseelenallein irgendwo Trento Süd an der Etsch meine Etappe zu laufen“, erzählte Christine Duran. Auch Winfried Nachtigal war sich nicht sicher, wie es sein würde, nachts allein durch unbekanntes Gebiet zu laufen. Doch im Nachhinein stellte sich seine dritte Etappe als die schönste heraus: „Nachts mit Blick auf die beleuchteten Vororte von Verona, dann der Einlauf in Bussolengo, das war schon sehr bewegend.“ Abenteuerlich war es für Petra Gessler, sich unter freiem Himmel nur mit Luftmatratze und Schlafsack mitten in Verona auf der Piazza San Zeno ein wenig auszuruhen. Das Licht und die Stille bei Sonnenaufgang fand Walter Birk eine wunderschöne Erfahrung im Vergleich zum sonstigen Trubel in Verona. Für Werner Gessler, der mit der letzten Etappe die längste Strecke laufen musste, war auch das einsame Laufen in der Nacht etwas ganz Besonderes: „Diese Stille, nur ab und an eine Fledermaus und dann kurz vor dem Ziel das Rauschen des Meeres, das war sehr eindrücklich.“

„Ein Lauf mit so vielen Emotionen, die man gar nicht alle beschreiben kann“, resümieren Alexander Fischer und Gernold Bock. „Wir haben in dieser Zeit so viel Tolles erlebt, aber das Beste war der Zusammenhalt und das Miteinander“, lobt Tanja Simm das ganze Team. Besonderer Dank gilt auch den beiden Fahrern Martin Palaoro und Lennart Nachtigal, die die Läufer immer sicher und rechtzeitig an die 40 Wechselstellen gebracht haben, und den beiden Physiotherapeutinnen Scarlett Rieger und Ronja Schmid, die nach jedem Wechsel mit professionellen Massagen für eine schnelle Regeneration sorgten. „Nächstes Jahr sind wir wieder dabei“, versprach Sascha Rieger den Veranstaltern, denn ohne diese Zusage wollte man die Gäste aus Deutschland nicht gehen lassen.

Foto (Quelle Werner Gessler): Alle Finisher erhielten im Ziel eine Medaille und eine Finisher-Tafel.

Hinten stehend (v.l): Alexander Fischer, Werner Gessler, Christine Duran, Martin Palaoro, Ralf Geringer, Winfried und Lennart Nachtigal, Tanja Simm, Scarlett Rieger, Petra Gessler und Ronja Schmid. 

Vorn knieend: Gernold Bock, Sascha Rieger und Walter Birk mit Gerald Burger vom Tourismusverein Reschensee (hellblaues Shirt)

Danjela Folberth am 13.09.2022, 22:17

Quelle: www.sportkreis-hdh.de - Stand: 06.12.2022, 11.06 Uhr - Alle Angaben ohne Gewähr.