WLSB - Pressemitteilung WLSB zur Sportstättenförderung

Preisexplosion am Bau frisst

Mehr an Zuschüssen auf

2 079 027 Millionen Mitglieder treiben in den 5682 Vereinen in Württemberg Sport. Das sind so viele wie noch nie und ein Beleg dafür, dass das Angebot der Sportvereine attraktiver denn je ist. Damit sie auch künftig im Vergleich mit anderen Sportanbietern überzeugen können, brauchen sie aber moderne, funktionale und vor allem ausreichend verfügbare Sportstätten.

 Im vergangenen Jahr hat der WLSB deshalb 400 Vereine beim Neubau oder der Modernisierung vorhandener Sportstätten unterstützt. Das Investitionsvolumen der insgesamt 459 geförderten Bauprojekte umfasste über 64 Millionen Euro. Die Bandbreite reichte dabei vom Neubau eines Sportvereinszentrums über die energetische Sanierung von Umkleideräumen bis hin zur Modernisierung technischer Anlagen wie Heizungen oder Flutlichtanlagen. Der WLSB bewilligte dafür insgesamt 8 591 890 Euro und damit etwa 600 000 Euro mehr als im Jahr zuvor.

Für WLSB-Hauptgeschäftsführer Heinz Mörbe ist diese erfreuliche Entwicklung auf den dritten Solidarpakt für die Zeit zwischen 2017 und 2021 zurückzuführen. „Die zusätzlichen Mittel durch den Solidarpakt III wirken. Das ist sehr positiv", sagt Mörbe. Allerdings mache den Sportvereinen auch der bislang ungebremste Boom im Baugewerbe zu schaffen: „Dadurch sind die Preise erheblich gestiegen und das frisst das Mehr an Zuschüssen schlichtweg wieder auf. Teilweise sogar noch mehr", erklärt Heinz Mörbe.

Bei den 134 Vereinen im Sportkreis Heidenheim wurden fünf Baumaßnahmen von fünf Vereinen bezuschusst. Das Investitionsvolumen betrug etwa 1,17 Millionen Euro, die Höhe der Zuschüsse lag bei 138 070 Euro. Der Anbau eines Gymnastikraums an die vereinseigene Halle schlug beim SV Mergelstetten mit 678 010 Euro zu Buche und war das größte Projekt. Es wurde mit 77 880 Euro unterstützt. Der Neubau von Umkleiden durch den SV Bissingen im Haus der Vereine kostete 299 330 Euro und erhielt einen Zuschuss über 23 880 Euro.

Sportkreis-Präsident Klaus-Dieter Marx sagt zur Situation im Sportstättenbau: Kein Sport ohne geeignete Sportstätten!

Diese Zahlen zeigen, was unsere Vereine unter diesem Gesichtspunkt finanziell stemmen müssen. Von den erforderlichen Baumaßnahmen profitiert nicht nur unsere Gesellschaft insgesamt, sondern auch unsere regionale Wirtschaft. Bleiben doch die Aufträge zum großen Teil vor Ort. Die Zuschüsse erscheinen mir als viel zu gering und auch die Modalitäten sind sehr aufwendig. Zuschüsse müssen nachhaltig gewährleistet sein und zeitnah deutlich nach oben angepasst werden.

Die von WLSB-Hauptgeschäftsführer Heinz Mörbe angeführten Preissteigerungen am Bau belegen auch die Zahlen des Statistischen Landesamtes. Seit 2015, als der Solidarpakt III zwischen der Landesregierung und den Sportorganisationen im Land ausgehandelt wurde, sind die Baukosten um 14 Prozent gestiegen. Gerade in den letzten beiden Jahren machten sie große Sprünge. Von 2017 auf 2018 erhöhten sie sich um fünf Prozent, von 2018 auf 2019 um weitere vier Prozent.

„Angesichts dieses gewaltigen Anstiegs dürfen wir im Solidarpakt IV nicht hinter den Solidarpakt III zurückfallen", bekräftigt Mörbe. Vor allem warnt er davor, dass die seinerzeit vereinbarte Aufstockung der Sportstättenbauförderung über vier Millionen Euro nun zu Projektmitteln umdeklariert wird, um Kunstrasenplätze sanieren zu können. Das hatte vor den Sommerferien Kultus- und Sportministerin Susanne Eisenmann ins Spiel gebracht.

Thomas Müller am 12.11.2019, 11:48

Quelle: www.sportkreis-hdh.de - Stand: 10.12.2019, 12.48 Uhr - Alle Angaben ohne Gewähr.